Vor rund 15 Jahren gab es eine Erhebung zum Quell- und Zielverkehr am Kirchplatz in Götzens. Mehr als 40 % dort waren Götzner:innen, die von Götzens nach Götzens fuhren. An dem Verhältnis hat sich nichts verändert, aber die Menge nahm zu. Ja, man kennt sich und grüßt sich, auch wenn man im Stau steht.
In allen öffentlichen Diskussionen zur Dorferneuerung war der Verkehr das Hauptthema. Gleichzeitig fordern dieselben Diskutanten Parkplätze im Dorf. Eltern von Kindergarten- und Schulkindern halten den Fußweg wegen des Autoverkehrs für zu gefährlich und fahren ihre Kinder deshalb mit dem Auto. Das geht sich einfach nicht aus. Wir alle sind jene, die den Verkehr verursachen. Wir selbst müssen zum Einkaufen das Auto stehen lassen. Um zur Post zu kommen. Um in die Trafik zu gelangen. Um beim Bäcker Brot zu erstehen. Um zum Arzt oder zur Ärztin zu kommen. Nirgends, wirklich nirgends schleppt jemand aus Götzens tatsächlich so viel, dass er ein Auto bräuchte. Wir können gern die vierteljährliche Fahrt zum Mistplatz und den monatlichen Großeinkauf an Getränken und Toilettenpapier ausnehmen. Bitte beherzt dies, es geht um unsere eigene Lebensqualität.
In diesem Zusammenhang hat der Gemeinderat bereits vor über zwei Jahren eine Studie in Auftrag gegeben, um rund um den Kirchplatz eine 30er-Zone zu verordnen. In der Zwischenzeit hat sich sogar die Gesetzeslage dahingehend verbessert. Wir Grüne Götzens fragen immer wieder nach, was daraus geworden ist, und werden jedes Mal vertröstet. So geht es nicht weiter.

Aber auch im öffentlichen Verkehr krankt es. Ist vielleicht irgendwer hier samstags auf den Weg nach Innsbruck und zurück? Ja, an dem Tag mit dem miesen Wochenendtakt, wo sich neben Arbeitenden, Einkaufenden und Tourist:innen auch noch Wintersportler:innen mit Skiern und Snowboards drängen. Auch am Samstag braucht es einen 15-Minuten-Takt wie unter der Woche. Ja, das muss die Gemeinde zahlen. Liegt es nur daran, dass niemand im Gemeinderat am Samstag mit dem Bus fährt?
Gemeindepolitik muss sich auch der mühsamen Themen annehmen, zumal sie Gesprächsthema Nummer 1 sind.

