Wetterkreuz
Die erste bekannte Nennung eines Wetterkreuzes in den Götzner Feldern stammt aus einem Versteigerungs-edikt des Vellenbergerguts in der Wiener Zeitung vom 09. April 1840. Dort wird u.a. auch „der untere Stockacker beim Wetterkreuz“ versteigert. Auch die Tiroler Schützenzeitung vom 04. Juli 1862 erwähnt: „Der Blitz schlug auch in das vor dem Dorfe stehende „Wetterkreuz“. Beim selben Unwetter wurde lt. Pfarrchronik „Franz Trolf (vulgo Stantes) … unweit des Wetterkreuzes ober der Feldkapelle vom Blitz erschlagen“. Nach dem Verfall des alten wurde 1984 anlässlich des Gedenkjahrs 1809 – 1984 von der Schützenkompanie Götzens ein neues mächtiges Patriarchenkreuz aus Holz gestiftet und 2016 erneuert.
Klammkapelle
Am Götzner Berg steht seit alter Zeit eine kleine Kapelle, welche dem hl. Johannes von Nepomuk geweiht ist. Die Pfarrchronik berichtet uns erstmals über die Klammkapelle – Johannes-Nepomukkapelle – im Zuge eines Berichts über den Ausbruch des Geroldsbach 1846: „7. abends bricht nach Zerstörung des Dammes bei der Klammkapelle der Bach über die Felder los, u. richtet ungeheure Verwüstungen an. Der erste Strom wälzt sich gegen die Kirche; dann aber ergoß sich das Gewäßer, der früheren Bachrunst entlang über die Felder der Kirchgaßhäuser u. eine Menge Bäume (darunter sogar stehende) mit sich führend. Der Schutt war an manchen Stellen 6 Fuß hoch, … – In Folge dieses Unglückes unterblieb die dem abziehenden Herrn. Coop. Josef Grubhofer zugedacht gewesene Katzenmusik. Allerdings hatten dieses bloß einige Individuen projektirt.“
Die verheerenden Hochwasserkatastrophen die Götzens im Laufe der Jahrhunderte erleben musste, liefern also die Begründung für den Kapellenbildstock an der Klammenmauer. Dazu gehört auch der bis heute praktizierte jährliche Bittgang um Christi Himmelfahrt, welcher Schutz vor Überschwemmung und Vermurung bieten soll. Die Klamm-Kapelle auf dem Weg Richtung Götzner Alm wird beschrieben als „ein hochrechteckiger vor der Stützmauer in Beton gefasster Kapellenbildstock. Hinter einem schmiedeeisernen Gitter befindet sich die geschnitzte Statuette des hl. Johannes von Nepomuk. Die 103 cm hohe Figur stammt aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts (Rokoko) und ist von hoher künstlerischer Qualität“. Natürlich wurde auch dieses Kleindenkmal vom Zahn der Zeit nicht verschont. Zuletzt nahmen sich die Götzner Schützen 1986 des verwitterten und verfallenen Bauwerks an und erstellten es – ein wenig versetzt und nicht mehr der Mauerfeuchtigkeit ausgesetzt – völlig neu.
Notburgabrunnen
Vor dem Bau der Hochdruckleitung 1904 bis 1906 bezogen die Götzner ihr tägliches Trink- und Wirtschaftswasser aus den Dorfbrunnen, die durch ein oberflächlich angelegtes Leitungssystem versorgt wurden. Die Hauptfassung lag abseits des Dorfes im Bereich „Bachleiten“. Das lebensspendende Nass floss durch Holzrohre in das Ortszentrum. Ab dem Jahr 1890 wurden in Götzens mehrere gleichartige Dorfbrunnen aus Stein aufgestellt; je einer in der Ostergasse, in der Mittelgasse, im Gries und in der Kirchstraße. Der Brunnen in der Ostergasse wurde schon in den 1960er Jahren aus verkehrstechnischen Gründen entfernt. Die drei anderen Brunnen sind bis heute erhalten.
Der Notburgabrunnen im Gries stammt somit auch aus diesen Tagen. Er wird im Tiroler Kunstkataster beschrieben als „steinerner Brunnentrog, inschriftlich 1893, mit Brunnensäule und sekundär angebrachter, polychromer Holzfigur der hl. Notburga (1950)“. Die Statue wurde vom Götzner Holzschnitzer Konrad Abentung (1920-2004) geschaffen. Zu Feuerlöschzwecken wurden 1930 Wasserbassins gebaut. Zur Realisierung solcher Projekte bediente man sich zur damaligen Zeit noch sogenannter Robotschichten durch die Gemeindebürger. Die Bassins hatten jeweils 50 m3 Inhalt und einer von ihnen wurde unterirdisch beim vorhandenen Dorfbrunnen im Gries umgesetzt. Am 20.1.1976 musste der Gemeinderat die Restaurierung des Dorfbrunnens im Gries beschließen, da dieser gesprungen war. Ein Steinmetz setzte aus den unbeschädigten Brunnenteilen einen kleineren Brunnen, wie bis heute erhalten, zusammen. Neben der Restaurierung der Figur wurde auch ein Baum gepflanzt, der von Herrn Dr. Berger aus Neu-Götzens gespendet wurde. Im Laufe der Jahre folgten einige Adaptierungen zur Verschönerung des Platzes im Gries. Verkehrstechnische Erfordernisse bedingten schließlich 2024 abermals Anpassungen rund um den Dorfbrunnen. Im Rahmen dieser Arbeiten musste der Feuerlöschbassin entfernt werden. Mit der Neugestaltung des Platzes wurde gleichzeitig auch noch ein würdiger Platz für den zweiten Stolperstein in Götzens für Herrn Alois Thomasa(e)t gefunden (vgl. Steine der Erinnerung in Götzens (Gemeindezeitung Juli 2024)).
GESCHICHTE GESUCHT!
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